Kollektivlegung: No contact: Thema Geld/Wert - 09.04.2026

Veröffentlicht am 9. April 2026 um 13:06

Wer sich schon mal gefragt hat, wie italienische Sibillen eigentlich aussehen, bekommt hier direkt nicht nur einen kleinen Einblick in dieses wunderschöne Deck, sondern gleich eine Kollektivlegung mit dazu. Allein optisch tragen die italienischen Sibillen schon eine ganz eigene Sprache in sich: Sie wirken klassisch, fast ein wenig theatralisch, sehr bildhaft und voller alter Symbolik - dementsprechend das Richtige für mich mit meinem Faible für das alte Rom & Gladiatoren . Genau das liebe ich an ihnen, denn sie erzählen nicht einfach nur eine Botschaft, sondern oft regelrecht eine kleine Szene, in der man Gefühle, Dynamiken und Entwicklungen schon beim Anschauen spüren kann. Dieses Deck spricht oft sehr direkt, sehr menschlich und gleichzeitig erstaunlich tief. Es zeigt nicht nur das Offensichtliche, sondern legt häufig auch das frei, was zwischen den Zeilen, in den unausgesprochenen Spannungen und in den verborgenen Sehnsüchten liegt. Und genau deshalb eignet es sich so schön für Kollektivlegungen, weil es oft ein ganzes Beziehungsfeld oder eine innere Entwicklung wie eine kleine Geschichte auffächert.

In dieser Legung beginnt alles mit Disgrazia (Unglück), Fedeltà (Treue), Allegrezza (Freude), Conversazione (Gespräch) und Pensatore (Denker). Das zeigt für mich sehr klar, dass viele von euch aus einer Phase kommen oder noch in einer Energie stecken, in der es zunächst Enttäuschung, Unruhe oder auch ein Gefühl von Schieflage gab. Vielleicht lief etwas nicht so, wie erhofft, vielleicht war da emotionale Unsicherheit oder das Gefühl, dass etwas zwischen zwei Menschen aus dem Gleichgewicht geraten ist. Gleichzeitig liegt mit Fedeltà (Treue) aber eine treue, beständige Energie daneben, was zeigt, dass nicht alles verloren ist, nur weil es zwischenzeitlich schwierig wurde. Da ist trotz aller inneren oder äußeren Verwicklungen noch Bindung, noch Verbundenheit oder der Wunsch nach Aufrichtigkeit. Allegrezza (Freude) und Conversazione (Gespräch) öffnen das Feld dann schon wieder etwas auf, denn hier wird sichtbar, dass Freude, Erleichterung, Kontakt oder ein offenes Gespräch wieder möglich werden können. Es wirkt fast so, als würde nach einer schweren oder verstockten Phase langsam wieder mehr Bewegung hineinkommen. Mit dem Pensatore (Denker) sehe ich aber auch ganz klar, dass diese Energie noch stark von Nachdenken, Grübeln, Beobachten und innerem Sortieren begleitet ist. Einer denkt sehr viel, jemand zieht sich eher in den Kopf zurück, statt direkt alles auszusprechen, und genau das kann erklären, warum manches zwar im Feld liegt, aber noch nicht vollständig greifbar ist.
 
Die zweite Reihe mit Disputa (Streit), Morte (Transformation/Ende), Giovin Bruno (junger Mann / unreife Energie) und Messaggio (Nachricht) zeigt dann die eigentliche Wendestelle dieser Legung. Hier liegen Streit, Spannungen oder zumindest unausgesprochene Konflikte ganz deutlich im Feld. Für einige von euch kann das auf eine reale Auseinandersetzung hinweisen, für andere eher auf eine innere Spannung zwischen Herz und Verstand oder zwischen Wunsch und Realität. Morte (Transformation/Ende) ist dabei eine sehr starke Karte, die nicht zwangsläufig das Ende im absoluten Sinn meint, sondern oft eine tiefgreifende Transformation, ein Abschneiden alter Muster oder das Sterben einer alten Dynamik. Etwas kann so nicht weiterlaufen wie bisher. Etwas Altes verliert seine Form. Direkt daneben liegt mit Giovin Bruno (junger Mann / unreife Energie) oft eine jüngere, unreifere oder impulsivere Energie, manchmal auch jemand, der zwar Interesse zeigt, aber noch nicht völlig gefestigt in seinem Auftreten ist. In Kombination mit Messaggio (Nachricht) wird deutlich, dass Bewegung ins Spiel kommt: Nachrichten, Signale, Hinweise, Kontaktaufnahme oder ein wichtiges Zeichen können auftauchen. Das muss nicht immer die große Liebesbotschaft sein, aber es zeigt, dass nach einer Phase von Rückzug, Spannung oder Umbruch wieder Kommunikation in Gang kommen kann. Für manche ist das eine Nachricht im Außen, für andere eine innere Erkenntnis, die plötzlich alles anders sehen lässt.
 
Die untere Reihe mit Denaro (Geld/Wert), Riconciliazione (Versöhnung) und Amore (Liebe) gibt dieser Legung dann einen sehr interessanten und auch hoffnungsvollen Abschluss. Denaro (Geld/Wert) spricht natürlich nicht nur von Geld im wörtlichen Sinn, sondern auch von Wert, Ausgleich, Geben und Nehmen, Sicherheit und der Frage: Was ist mir wirklich etwas wert? Wo investiere ich meine Energie, mein Herz, meine Zeit? Genau das scheint hier ein zentrales Thema zu sein. Viele im Kollektiv erkennen gerade deutlicher, dass Liebe allein nicht reicht, wenn kein gesunder Austausch, kein echter Wert und keine stabile Basis vorhanden sind. Riconciliazione (Versöhnung) trägt dann die Energie von Versöhnung, Annäherung oder innerem Frieden. Das kann eine tatsächliche Aussöhnung zwischen zwei Menschen sein, es kann aber genauso bedeuten, dass du dich mit deiner Vergangenheit, deiner eigenen Geschichte oder einer alten Verletzung versöhnst. Und daraus heraus öffnet sich mit Amore (Liebe) wieder das Herzfeld. Liebe ist hier am Ende nicht als romantische Illusion dargestellt, sondern eher als Energie, die zurückkehren oder neu entstehen kann, wenn zuvor wirklich etwas geklärt, erkannt und verwandelt wurde.
 
Die Gesamtbotschaft dieser Kollektivlegung wirkt auf mich deshalb sehr klar: Im Feld liegen zwar Enttäuschung, Konflikt, Nachdenken und eine tiefere Veränderung, aber diese Legung endet nicht in Trennung oder Stillstand. Sie endet in Bewegung, in Klärung, in möglicher Versöhnung und in einer Öffnung für Liebe. Wichtig ist dabei aber, dass diese Liebe nicht auf alten, unstabilen Mustern aufgebaut wird, sondern auf einem neuen Bewusstsein für Wert, Respekt und ehrlichen Austausch. Gerade die italienischen Sibillen zeigen hier sehr schön, dass Beziehungen und Verbindungen oft nicht linear verlaufen. Erst kommt die Schieflage, dann das Nachdenken, dann die Krise, dann die Nachricht, dann die Frage nach dem eigenen Wert und erst daraus kann echte Annäherung entstehen.
 
Auch eine Zeittendenz lässt sich hier sehr schön erkennen, weil die Karten wie eine Entwicklung aufeinander aufbauen: Die erste Reihe zeigt eher die Vergangenheit bzw. Ausgangslage mit Enttäuschung und Rückzug, die zweite Reihe markiert die aktuelle Wendepunkt-Energie mit Konflikt, Transformation und ersten Impulsen von außen, und die letzte Reihe weist klar in die Zukunft – mit Klärung von Wert, möglicher Versöhnung und einer erneuten Öffnung für Liebe. Das Ganze wirkt weniger wie ein plötzliches Ereignis, sondern eher wie ein Prozess über die nächsten Wochen bis hin zu wenigen Monaten, in dem sich Schritt für Schritt erst die Erkenntnis, dann die Bewegung und schließlich die emotionale Öffnung entfalten darf.
 
Als Kollektivimpuls könnte man also sagen: Nicht alles, was gerade wie Bruch aussieht, ist wirklich das Ende. Manches ist vielmehr die notwendige Wandlung, damit Gespräche ehrlicher, Verbindungen klarer und Liebe überhaupt tragfähig werden kann. Wie immer gilt bei einer Kollektivlegung: Nimm dir das mit, was mit dir in Resonanz geht, und lass den Rest liebevoll weiterziehen.

 

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare.