Der Impuls dieses Zitats von Oliver Ribbert berührt einen ganz stillen, aber unglaublich kraftvollen Punkt in uns – den Ort, an dem wir uns selbst verlieren, ohne es sofort zu bemerken.
Es ist nicht der Stress im Außen, der uns wirklich erschöpft. Es sind nicht die vielen Aufgaben, nicht die Menschen, nicht einmal die Herausforderungen an sich. Was uns die meiste Energie raubt, ist der innere Widerstand. Dieses leise, aber konstante „So sollte es nicht sein“. Dieses Ziehen zwischen zwei Möglichkeiten. Dieses Nicht-Ankommen im Jetzt.
Wenn du nicht klar bist, entsteht eine Art energetisches Flimmern in dir. Deine Gedanken laufen in Schleifen, dein Herz fühlt sich unruhig an, und selbst wenn du äußerlich funktionierst, bist du innerlich zersplittert. Klarheit ist nicht nur eine Entscheidung – sie ist ein Zustand. Und solange du ihn vermeidest, hältst du dich selbst in einem Raum fest, in dem deine Energie unaufhörlich versickert.
Der Widerstand gegen das, was ist, wirkt oft subtil. Er zeigt sich in Sätzen wie „Das kann doch nicht sein“, „Ich will das nicht“ oder „Es müsste anders sein“. Doch genau in diesem Moment beginnst du, gegen die Realität zu arbeiten – und nicht mit ihr. Und das kostet dich Kraft. Nicht ein bisschen, sondern kontinuierlich. Es ist, als würdest du gegen eine Strömung schwimmen, die du nicht stoppen kannst.
Besonders intensiv wird es, wenn du zwischen zwei Welten stehst. Wenn ein Teil von dir weiß, dass etwas nicht mehr passt – eine Situation, ein Mensch, ein Lebensabschnitt – und ein anderer Teil noch festhält. Dieses Hin- und Hergerissensein ist einer der größten Energieräuber überhaupt. Denn du bist weder ganz hier noch ganz dort. Du bist dazwischen. Und dieser Zwischenraum ist oft der anstrengendste Ort.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du denkst ständig nach, wägt ab, fühlst, zweifelst, hoffst, hältst fest – und gleichzeitig spürst du, dass es dich müde macht. Nicht körperlich zuerst, sondern seelisch. Es ist eine tiefe Erschöpfung, die nicht durch Schlaf verschwindet, weil ihre Ursache nicht im Körper liegt, sondern in deinem inneren Konflikt.
Und genau hier liegt auch der Schlüssel. Energie beginnt zurückzukehren, wenn du aufhörst, gegen dich selbst zu kämpfen. Wenn du bereit bist, ehrlich hinzusehen. Nicht, um sofort eine perfekte Entscheidung zu treffen, sondern um anzuerkennen, was wirklich in dir da ist. Klarheit entsteht nicht durch Druck. Sie entsteht durch Wahrheit. Was wäre, wenn du für einen Moment aufhörst, alles lösen zu wollen – und stattdessen einfach fühlst, wo du gerade stehst? Ohne Bewertung. Ohne Flucht. Ohne Widerstand.
Denn oft ist es nicht die Situation, die dich festhält. Es ist deine Angst vor der Konsequenz deiner eigenen Klarheit.
Doch Klarheit befreit. Auch wenn sie unbequem ist. Auch wenn sie Veränderungen verlangt. Sie bringt dich zurück in deine Mitte, zurück in deine Kraft. Und plötzlich fließt Energie wieder – nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil du nicht mehr gegen dich arbeitest.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, in dem du dich fragen darfst:
- Wo in meinem Leben bin ich nicht klar?
- Wo halte ich fest, obwohl ich längst spüre, dass es mich Kraft kostet?
- Und was würde passieren, wenn ich mir erlaube, ehrlich zu sein?
Deine Energie folgt deiner Wahrheit. Immer.
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