Einmal nachgedacht … über Geld und wahre Freiheit

Veröffentlicht am 12. Januar 2026 um 14:30

Man kommt ohne Geld zur Welt – und man wird diese Welt auch wieder ohne Geld verlassen. Kein Kontoauszug, kein Besitz, kein Titel begleitet uns am Ende. Was bleibt, sind Erfahrungen, gelebte Momente, Beziehungen und die Spuren, die wir in den Herzen anderer hinterlassen haben. Und trotzdem wird Geld für viele Menschen zum Mittelpunkt ihres Lebens, zum Maßstab für Wert, Erfolg und Sicherheit. Dabei war es nie mehr als ein Werkzeug, ein Mittel zum Zweck – gedacht, um das Leben zu erleichtern, nicht um es zu beherrschen. 

Wer dem Geld hinterherrennt, gerät oft unbemerkt in Abhängigkeit. Entscheidungen werden nicht mehr aus innerer Wahrheit getroffen, sondern aus Angst: Angst vor Mangel, vor Verlust, vor dem Urteil anderer. Schritt für Schritt wird man zum Sklaven eines Systems, das immer mehr fordert, aber niemals wirklich erfüllt. In diesem Streben geht etwas Wesentliches verloren – die Verbindung zu sich selbst. Die eigenen Werte werden verbogen, Träume verschoben, das Herz wird leiser, während der Verstand immer lauter wird.

Immer wieder zeigt sich, wie Geld den Charakter verdirbt. Nicht, weil Geld an sich böse wäre, sondern weil es ungeheilte Themen sichtbar macht: Gier, Neid, Machtstreben und Kontrollbedürfnis. Beziehungen zerbrechen, sobald Besitz wichtiger wird als Menschlichkeit. Familien entfremden sich, Freundschaften werden zu Zweckgemeinschaften, und Liebe wird an Bedingungen geknüpft. Besonders deutlich wird das oft am Ende eines Lebens, wenn nicht Dankbarkeit und Würde im Vordergrund stehen, sondern Streit, Missgunst und der Kampf um einen Nachlass – als wäre Besitz wertvoller als das gelebte Leben selbst.

Wahre Freiheit ist eine ganz andere Qualität. Sie hat nichts mit Reichtum im materiellen Sinn zu tun, sondern mit innerer Unabhängigkeit. Mit der Freiheit, das eigene Leben nach den eigenen Werten zu gestalten. Das zu tun, was Freude schenkt, Sinn stiftet und das Herz erfüllt – ohne sich aus Angst zu verbiegen oder fremden Erwartungen zu unterwerfen. Wahre Freiheit bedeutet, ohne die ständige Sorge zu leben, zu kurz zu kommen, und ohne die Angst, dass nach dem eigenen Tod Habgier und Erbstreit das überschatten, was man war.

Am Ende ist nicht entscheidend, wie viel man besessen hat, sondern wie frei man war. Wie ehrlich man gelebt hat. Wie sehr man sich selbst treu geblieben ist. Geld kann vieles kaufen – aber keine innere Ruhe, keine echte Liebe und keine Freiheit. Diese entstehen dort, wo der Mensch sich selbst wieder wichtiger nimmt als alles, was er besitzen könnte.

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